Kurt Gossweiler 4. Der Imperialismus geschwächt, aber mit neuen Waffen ausgerüstet
Die Niederlage des faschistischen deutschen Imperialismus war zugleich auch eine Niederlage des Weltimperialismus, war ihm doch damit eine Waffe zerschlagen worden, die von ihm in langen Jahren aufgezogen und aufgerüstet worden war als Stoßkeil, der die Sowjetunion ins Herz treffen sollte. Der Sieg der Sowjetarmee über den Faschismus war zugleich ein Sieg der um ihre Befreiung von nationaler und kolonialer Unterdrückung und Ausplünderung durch den Imperialismus kämpfenden Völker. In kurzer Zeit machte der weltrevolutionäre Prozess solche Fortschritte, dass die Grenze zwischen Imperialismus und Sozialismus in Europa bis zur Elbe nach Westen verlegt wurde und in Asien bis ans Chinesische Meer. Die strangulierende kapitalistische Umkreisung der Sowjetunion war gesprengt, die Periode des "Sozialismus in einem Lande" war zu Ende, begonnen hatte die Periode des sozialistischen Lagers, das bereits ein Drittel des Erdballs umfasste, darunter auch hoch entwickelte Industrieländer wie die DDR und die Tschechoslowakei.
Damit war die Perspektive einer für den Imperialismus im höchsten Maße alarmierenden Entwicklung eröffnet: Wenn dieses sozialistische Lager zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammenwachsen und nach einem einheitliche Plan von einem gemeinsamen Leitungszentrum geleitet würde, zu dem offenbar der 1949 gegründete Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe entwickelt werden sollte, dann bestand für den Imperialismus die reale Gefahr, für die Menschheit aber die reale Chance, dass dieses sozialistische Lager im gleichen Sturmschritt, wie die Sowjetunion in den Jahren von 1917 bis 1941, seinen Rückstand gegenüber der kapitalistischen Welt verringern würde und am Ende des Jahrhunderts die Welt sich so verändert haben könnte, dass man nun das Wort von der kapitalistischen Umkreisung des einzigen sozialistischen Landes umkehren und von der sozialistischen Umkreisung des Restkapitalismus sprechen müsste.
Eine solche Perspektive war keineswegs irreal, waren doch die Völker Asiens - Koreas, Vietnams, Laos´, Indiens, Indonesiens, der Philippinen -, Mittel- und Südamerikas und Afrikas, angespornt vom Sieg der Sowjetunion über den deutschen und japanischen Aggressor und vom begeisternden Sieg der chinesischen Volksrevolution in Bewegung geraten und hatten begonnen, um ihre Befreiung vom kolonialen und halbkolonialen Joch zu kämpfen.
Soviel war jedenfalls klar: So, wie der Hauptinhalt der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Kampf der alten kapitalistische Gesellschaftsordnung gegen die neue, aufkommende und um ihre Behauptung kämpfende sozialistische Gesellschaftsordnung war, so würde der Hauptinhalt auch der zweiten Hälfte und damit des ganzen Zwanzigsten Jahrhundert die Systemauseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus sein.
In diesem Kampfe hatte bisher die alte kapitalistische Gesellschaftsordnung der neuen, sozialistischen eine gewaltige Überlegenheit der Produktivkraftentwicklung in allen Bereichen entgegenzusetzen. Sie war damit auf allen Gebieten - wirtschaftlich, politisch, militärisch - um ein Vielfaches stärker als die in einem ruinierten Land mit einer schwach entwickelten, durch den Krieg weitgehend zerstörten Industrie an die Macht gekommenen Sowjetordnung.
Und sie hatte dennoch den Aufstieg der sozialistischen Macht zur Weltmacht Nummer Zwei nicht verhindern können!
Ihre Chancen, die nächste Runde der Auseinandersetzung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts besser zu bestehen, wären sehr gering gewesen, hätte sie dem Sozialismus wie bisher nur ihre ökonomische Überlegenheit entgegenzusetzen gehabt.
Aber im Kriege hatte der Imperialismus für seinen Kampf gegen den Sozialismus zwei neue Waffen entwickelt, von denen er sich erhoffte, sie würden ihm einen raschen und endgültigen Erfolg sichern.
Das war erstens die Atombombe, und das war zweitens das Trojanische Pferd des Browderismus, des neuen Revisionismus.
Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945, mit denen die USA-Piloten das Leben hunderttausender Japaner auslöschten, waren, wie jedermann weiß oder wenigstens wissen sollte, für den Kriegsausgang ohne Bedeutung. Japans Niederlage und baldige Kapitulation war schon gewiss. Am gleichen Tage, an dem der US-Pilot seine Bombe auf Nagasaki abwarf, am 9. August, trat die Sowjetunion in den Krieg gegen Japan ein. Was das für die Kriegsentscheidung bedeutete, darüber heißt es in einer fünfbändigen "Geschichte des Krieges im Stillen Ozean", verfasst von japanischen Autoren, dass "diese Nachricht ein betäubender Schlag für die Führer der japanischen Regierung war... Nicht einmal der Einsatz der Atombombe führte zu Veränderungen in der Staatspolitik, die der Höchste Rat für Kriegführung festlegte... Der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg aber zerstörte alle Hoffnungen, ihn fortsetzen zu können."46 Die Sowjetarmee zerschlug in nur zehn Tagen die größte japanische Armee, die Kwantung-Armee auf dem chinesischen Festland. Am 2. September 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation Japans.
Natürlich wusste Präsident Truman, dass Japans Kapitulation auch ohne den Atombombenabwurf kurz bevorstand. Aber diese Demonstration des Alleinbesitzes einer Waffe von unvergleichlicher Zerstörungskraft zielte ja in Wahrheit auch auf einen ganz anderen Adressaten - auf die Sowjetunion. Ihren Führern sollte klar gemacht werden, dass ihrem Land die atomare Vernichtung drohe, wenn sie noch länger der Neuordnung der Welt nach den Wünschen und Forderungen der USA im Wege stehen und Widerstand leisten sollten.
Das Atomwaffenmonopol erweckte auch im britischen Prime-Minister Churchill den Wunsch, jetzt mit Hilfe der Atombombe noch das zu erreichen, was ihm in den Interventionskriegen, misslungen war: die Sowjetmacht zu vernichten. Richard J. Aldrich berichtet darüber in seinem Buch über die englischen und amerikanische Geheimdienste im Kalten Krieg:47 "Im Mai 1945, in den Tagen der Niederlage Deutschlands, ordnete Churchill an, Pläne für einen Krieg gegen die Sowjetunion auszuarbeiten.... Churchills erklärtes Ziel war die ´Eliminierung Russlands´. Der Plan erhielt den Codenamen "Operation Undenkbar" (´Operation Unthinkable´) und er wurde zur Veröffentlichung freigegeben (´declassified´) erst 1999. Er verlangte Hundert tausende Britische und Amerikanische Truppen, unterstützt von 100.000 wiederbewaffneten deutschen Soldaten, um einen Überraschungsangriff gegen ihren kriegsmüden östlichen Verbündeten zu entfesseln. Gleichzeitig würde die RAF sowjetische Städte aus Basen in Nordeuropa angreifen. ... Die Stabschefs - Brooke, Cunningham und Tedder - waren entsetzt über Churchills Idee....Sie wussten, dass dies ein Krieg sein würde, den der Westen nicht gewinnen konnte. ...Warum dachte Churchill, der Westen könnte es im Sommer 1945 mit den Sowjets aufnehmen? Die Antwort war klar - die Ankunft der Atomwaffen. ... Brooke schrieb in seinem Tagebuch ´Churchill sah sich jetzt im alleinigen Besitz der Bomben und in der Lage, sie abzuwerfen, wo immer er wollte, damit allmächtig und imstande, Stalin zu diktieren.´" (S.56-63).
War der Monopolbesitz der Atomwaffen die Wunderwaffe der USA für den äußeren Angriff auf die Sowjetunion, so sollte es der zum modernen Revisionismus entwickelte Browderismus für die Eroberung der sozialistischen Festung von innen werden.
Sehr rasch brachten aber die sowjetischen Führer mit Unterstützung der Führer der kommunistischen und Arbeiterparteien die imperialistischen Hoffnungen auf die Wirkung dieser Wunderwaffen zum Platzen.
Präsident Truman hatte schon auf der Potsdamer Konferenz (17. 7.-2. 8. 1945) versucht, Stalin mit der Ankündigung, die USA hätten eine neue Waffe von noch nie da gewesener Zerstörungskraft entwickelt, zum Nachgeben zu bewegen. Zur großen Enttäuschung aber war Stalin davon in keiner Weise beeindruckt. Truman schrieb später verwundert, "der russische Premier" habe "kein sonderliches Interesse" gezeigt.48
Noch viel schlimmer: Am 25.September 1949 wird das Atomwaffenmonopol der USA durch die erfolgreiche Erprobung einer sowjetischen Atombombe gebrochen!
Die sowjetische Führung hat unter Führung Stalins dafür gesorgt, dass der Traum des amerikanischen Imperialismus von der Verwirklichung der Weltbeherrschung durch das Atomwaffenmonopol ausgeträumt war.
Nicht besser erging es der Spekulation auf die zweite Wunderwaffe des Imperialismus, auf sein Trojanisches Pferd, den Staat gewordenen modernen Revisionismus, den Tito-Revisionismus.
Die Tito-Führung der KPJ verfolgte zielstrebig das Ziel, eine Vereinigung Bulgariens und Albaniens mit Jugoslawien zu erreichen - unter dem verlogenen Vorwand, damit das schon seit den zwanziger Jahren von der Kommunistischen Internrationale propagierte Ziel einer Balkanföderation unter sozialistischem Vorzeichen zu verwirklichen, in Wahrheit jedoch mit dem Ziel, auf dem Balkan einen Block zu schaffen, der dem Einfluss der Sowjetunion entzogen war und ihm in den anderen sozialistischen Staaten entgegenwirken sollte.
Diese Zielsetzung war aber nur dem engsten Kreise der Führung der KPJ bekannt. Nach außen hin führte sie eine Politik durch, die den Außenstehenden den Eindruck vermittelte, als sei Jugoslawien das sozialistische Land, das am meisten dem Vorbild der Sowjetunion nacheiferte und von allen am meisten "sowjetisiert" sei. Das schien auch uns Genossen in der DDR so. Ich werde nie folgende Episode vergessen: In der Berliner Landesparteischule der SED stand eines Tages - es muss im Mai oder Juni 1948 gewesen sein - die Entwicklung der Länder der Volksdemokratie auf dem Lehrplan. Als Referent kam zu uns der Genosse Kurt Schneidewind vom ZK der SED. Von allen volksdemokratischen Staaten erhielt von ihm Jugoslawien die höchsten Noten, weil, wie er sagte, Jugoslawiens Entwicklungsstand als sozialistischer Staat sich von allen am meisten dem der Sowjetunion angenähert hätte. Das hat bei uns überhaupt keine Überraschung ausgelöst, weil wir alle das auch so sahen, denn gerade ein solches Bild hatte unsere Berichterstattung bisher von Jugoslawien gegeben. Und auch in der Sowjetunion wurde das lange Zeit genau so gesehen. Das bestätigte auch der sowjetische Außenminister A. Y. Wyschinski, der im Sommer 1948 über die Beziehungen Jugoslawiens zur Sowjetunion äußerte: "Nach dem Sieg über Hitlerdeutschland wurden zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien die brüderlichsten Beziehungen hergestellt, es wurden wichtige Beschlüsse gefasst, Jugoslawien wirtschaftlich, militärisch und politisch in der internationalen Arena zu helfen, das wir als einen unserer treuesten und ideologischen Verbündeten betrachteten."49
Das erklärt, weshalb bei der Gründung des "Informationsbüro der Kommunistischen und Arbeiterparteien" im September 1947 als dessen Sitz Belgrad festgelegt wurde.50 Das erklärt auch, weshalb Anfang 1948 der Herstellung der Balkanföderation nichts mehr im Wege zu stehen schien, da ihr auch Georgi Dimitroff als Ministerpräsident Bulgariens zugestimmt hatte.
Aber im Frühjahr 1948 hatte die jugoslawische Führung damit begonnen, der Sowjetunion gegenüber eine immer feindseligere Haltung zum Ausdruck zu bringen, was schließlich dazu führte, dass die Sowjetführung, nachdem ihre Briefe und Proteste wirkungslos geblieben waren, im April 1948 ihre Berater und Militärspezialisten aus Jugoslawien abzog. Genau das hatte aber die jugoslawische Führung beabsichtigt. Sie begann damit das zu realisieren, was als Absicht der Tito-Führung schon im November 1944 der engste Tito-Mitarbeiter Kardelj bei seinem Aufenthalt in Sofia Traitscho Kostoff gegenüber eröffnet hatte: "Die Amerikaner und Engländer seien, so sagte Kardelj, fest entschlossen, auf keinen Fall zuzulassen, dass sich Länder, die von der Sowjetarmee befreit werden mochten, vom Block der westlichen Kräfte losrissen. Auf dieser Grundlage sei zwischen Tito einerseits und den Amerikanern und Engländern andererseits schon während des Krieges eine bestimmte Vereinbarung erzielt worden. ... Kardelj erklärte, die jugoslawische Regierung beabsichtige, die UdSSR zu bitten, dass die Sowjettruppen Jugoslawien verlassen sollten, sobald die Kampfhandlungen auf seinem Gebiet abgeschlossen sein würden. ´Dies aber ist nicht ausreichend´, so sagte mir Kardelj, ´die Sowjettruppen müssen auch Bulgarien verlassen, denn die Amerikaner und die Engländer sind außerordentlich daran interessiert, dass sich der sowjetische Einfluss südlich der Donau nicht durchsetzt.´. Kardelj bemerkte, dass Tito und überhaupt die ganze jugoslawische Leitung einen sofortigen Anschluss Bulgariens an Jugoslawien als bestes Mittel zur Erreichung dieses Ziels ansähen, wobei die unter den Völkern Jugoslawiens und Bulgariens äußerst populäre Idee der Föderation der Südslawen im Interesse der jugoslawischen Leitung ausgenützt werden könnte. ´Dann´, so erläuterte mir Kardelj´ wird Bulgarien nicht länger als feindlicher Staat angesehen werden, es wird zum Bestandteil einer alliierten Macht werden, und die Anwesenheit sowjetischer Truppen auf seinem Territorium wird sich als überflüssig, als durch nichts gerechtfertigt, erweisen.´
Aus dem "sofortigen Anschluss" wurde damals nichts, weil, wie Kostoff aussagte, von Georgi Dimitroff aus Moskau eine kategorische Warnung einging, "man solle sich mit einem Anschluss Bulgariens an Jugoslawien nicht beeilen." Die Föderierung könne "ohne vorherige außenpolitische Vorbereitung unerwünschte Folgen haben." Im März 1945 erhielt Kostoff den Besuch eines anderen Mitglieds der jugoslawischen Führung, Milovan Djilas. Der war unzufrieden damit, dass es Kostoff nicht gelungen war, den sofortigen Anschluss durchzusetzen, und erklärte, "trotz des Misserfolges werde unser gemeinsames Ziel nicht von der Tagesordnung abgesetzt."51
Über die Frage, wie man den Anschluss Bulgariens an Jugoslawien endlich verwirklichen könne, hatte Kostoff noch verschiedene Gespräche, darunter auch mit Tito selbst, das letzte mit diesem im November 1947, danach mehrere Unterredungen mit dem jugoslawischen Vertreter in Bulgarien, Cicmil. Bei seinem letzten Gespräch mit Cicmil, im April 1948, informierte der ihn darüber, dass Tito ihn beauftragt hatte, Kostoff "den bevorstehenden endgültigen Abbruch der Beziehungen zwischen Jugoslawien einerseits sowie der UdSSR und den Ländern der Volksdemokratie andererseits anzukündigen."52 Der angekündigte Bruch wurde von Tito dann dadurch durchgeführt, dass der Vorschlag der Sowjetunion und der anderen Parteien des Informationsbüros, "die Lage in der jugoslawischen kommunistischen Partei auf der Sitzung des Informbüros auf den gleichen, normalen parteigenössischen Grundlagen zu prüfen, auf denen bei der ersten Beratung des Informbüros die Tätigkeit anderer kommunistischer Parteien erörtert wurden,"53 mit der Begründung abgelehnt wurde, die KP Jugoslawiens wäre bei einer solchen Beratung in eine "nicht gleichberechtigte Lage" versetzt. In der Resolution der daraufhin ohne Teilnahme der Vertreter der KP Jugoslawiens in der zweiten Junihälfte 1948 in Rumänien durchgeführten Beratung der übrigen Parteien des Informationsbüros - also der Bulgarischen Arbeiterpartei, der Rumänischen Arbeiterpartei, der Ungarischen Partei der Werktätigen, der polnischen Arbeiterpartei, der KP der Sowjetunion (Bolschewiki), der KP Frankreichs, der KP der Tschechoslowakei und der KP Italiens, - wurde dazu gesagt:
"In dem Bestreben, der gerechten Kritik der brüderlichen Parteien im Informbüro auszuweichen, erfanden die jugoslawischen Führer die Version von ihrer angeblich ´nicht gleichberechtigten Lage´. Man muss sagen, dass in dieser Version kein einziges Wort wahr ist. Es ist allgemein bekannt, dass die kommunistischen Parteien bei der Gründung des Informbüros von der unbestreitbaren Tatsache ausgingen, dass jede Partei vor dem Informbüro rechenschaftspflichtig ist, genau so wie jede Partei das Recht der Kritik an den anderen Parteien besitzt. Bei der ersten Beratung der neun kommunistischen Parteien nahm die jugoslawische Kommunistische Partei dieses Recht weitgehend in Anspruch. Die Weigerung der Jugoslawen, über ihre Handlungen vor dem Informbüro Rechenschaft abzulegen und die kritischen Bemerkungen anderer kommunistischer Parteien anzuhören, bedeutet eine tatsächliche Verletzung der Gleichberechtigung kommunistischer Parteien und ist gleichbedeutend mit der Forderung, für die KPJ eine privilegierte Stellung im Informbüro zu schaffen." Die Parteien des Informbüros kommen in ihrer Resolution zu dem unausweichlichen Schluss, "dass das ZK der KPJ sich und die jugoslawische Kommunistische Partei dadurch außerhalb der Familie der brüderlichen kommunistischen Parteien, außerhalb der kommunistischen Einheitsfront und folglich auch außerhalb der Reihen des Informbüros stellt."54
So endete der erste Versuch des Imperialismus, seine zweite Wunderwaffe, die staatliche Inkarnation des modernen Revisionismus, Tito-Jugoslawien, ins Spiel zu bringen, um mit ihr die kommunistische Einheitsfront zu sprengen, mit einem völligen Fiasko und mit der Schutzimpfung der kommunistischen Weltbewegung gegen die Krankheits- und Zersetzungskeime, die diese Waffe in alle kommunistischen Parteien pflanzen sollte. Die KPdSU und die kommunistische Weltbewegung blieben auf Leninschem Kurs und damit weiterhin auf dem Weg künftiger Siege.
Erst, als dieser Weg verlassen wurde, erhielt der Imperialismus von neuem die Chance, vor allem seine zweite neue Waffe, den "modernen Revisionismus", wirkungsvoll einzusetzen.
Im Einzelnen dem nachzugehen, weshalb dieser neue Vorstoß des Revisionismus schließlich zu dem vom Imperialismus erhofften Erfolg führte, geht über den Rahmen von "Gedanken zu Dimitroffs Tagebüchern" weit hinaus und muss einer weiteren Studie vorbehalten bleiben.
Die Ursprünge des modernen Revisionismus oder:
Wie der Browderismus nach Europa verpflanzt wurde
Gedanken beim Lesen der Tagebücher Georgi Dimitroffs